Vogelschlag bei den WKAs in Lamerdingen

Vögel auf Kollisionskurs – Streit um Windräder im Ostallgäu
Ein Filmbericht der BR Abendschau – Der Süden vom Dienstag, 9.6.2015

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/schwaben-und-altbayern/voegel-sterben-windraeder-ostallgaeu-100.html

Windenergie und Vogelschutz

bananenrepublikBericht von www.wattenrat.de:
Die Leiter der deutschen Vogelschutzwarten sind in Mainz verpflichtet worden, das vorbereitete Papier mit dem Bundesverband Windenergie (BWE) abzustimmen. Erst wenn sich beide Seiten über die Aussagen des Papiers geeinigt hätten, könne an eine Veröffentlichung gedacht werden. Eine Demütigung der Fachleute des Vogelschutzes und ein beispielloser Vorgang in der Geschichte des Naturschutzes in Deutschland! Es ist so, als würde die deutsche Ärzteschaft gezwungen, die Veröffentlichung ihres Memorandums über die Gefahren des Rauchens von der Zustimmung der Tabakindustrie abhängig zu machen.

Auszug aus:
http://www.wattenrat.de/2014/09/09/windenergie-und-vogelschutz-vogelschutzwarten-als-marionetten-der-windenergie-lobby/

„Staatlich geförderter Vogelmord“

The Washington Times:
„Windenergie ist teuer und unzuverlässig. Sie reduziert die Kohlendioxid-Emissionen nicht, aber sie rottet gefährdete Vogelarten aus. In den letzten 25 Jahren sind schätzungsweise 2.300 Steinadler allein durch die Turbinen am Altamont Pass in Kalifornien getötet worden. In dem 86 Quadratmeilen großen Bereich der Altamont Windanlage, hat in den letzten 20 Jahren kein Adler mehr genistet, obwohl das Gebiet ihr primärer Lebensraum ist. Insgesamt gab es einen 80-prozentigen Rückgang der Steinadlerpopolation in Südkalifornien.
Die schreckliche Realität ist, dass in den Vereinigten Staaten allein durch die „eco-friendly“ Windkraftanlagen schätzungsweise 13.000.000 bis 39.000.000 Vögel und Fledermäuse pro Jahr getötet werden.“

Zum Vergleich: In den USA stehen ~39.000 Windräder – in Deutschland sind es ~23.000.

Read more: http://www.washingtontimes.com/news/2012/dec/22/big-wind-tax-credit-exterminates-endangered-specie/

Rotmilan in den Wadlhauser Gräben

toter Rotmilan neben Windrad

Im Windkraftvorranggebiet „Wadlhauser Gräben“ sind mehrere geschützte Vogelarten heimisch. Am Dienstag, den 26. Juni wurde beim Jägerwirt in Neufahrn das Artenschutzgutachten vom Plangsbüro Axel Beutler vorgestellt und es wurden Foto- und Filmaufnahmen des Rotmilans im Bereich Neufahrn/Wadlhauser Gräben gezeigt. Dieser vom Aussterben bedrohte Vogel zählt zu den „kollisionsgefärdeten Vogelarten“ und Windräder sollen zu den Nistplätzen dieser Vogelart einen Abstand von 1000m haben.

In der Bundesdrucksache 15/5188 heißt es:
Die bisher gefundenen Zahlen der von Windkraftanlagen getöteten Rotmilane und Seeadler sind in Relation zur Häufigkeit beider Arten in Deutschland vergleichsweise hoch. Sie sind auch relativ höher als die Opferzahlen anderer Greifvögel. Insofern kann von einem besonderen Risiko für diese Arten gesprochen werden.

Mehrere Verwaltungsgerichte haben WKA-Pläne gestoppt, weil sie u.a. Rotmilanpopulationen gefährdet hätten:

Bayerischer Verwaltungsgerichtshof:
Nach § 35 Abs. 1 BauGB dürfen auch privilegierte Vorhaben im Außenbereich nicht zugelassen werden, wenn ihnen öffentliche Belange entgegenstehen. Ob dies der Fall ist, ist im Weg einer „nachvollziehenden“ Abwägung zu ermitteln. Dabei sind die öffentlichen Belange je nach ihrem Gewicht und dem Grad ihrer nachteiligen Betroffenheit einerseits und das kraft der gesetzlichen Privilegierung gesteigert durchsetzungsfähige Privatinteresse an der Verwirklichung des Vorhabens andererseits gegenüber zu stellen (BVerwG vom 27.1.2005 BVerwGE 122, 364). Gemessen daran kann eine Verunstaltung des Landschaftsbilds nur in Ausnahmefällen angenommen werden, wenn es sich um eine wegen ihrer Schönheit und Funktion besonders schutzwürdige Umgebung oder um einen besonders groben Eingriff in das Landschaftsbild handelt (BVerwG vom 18.3.2003 Buchholz 406.11 § 35 BauGB Nr. 358).

Das den drei Gemeinden im Regionalplan zugedachte Entwicklungspotential
auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs würde durch die Zulassung der Windkraftnutzung entwertet, indem die wichtige Grundlage für die den Gemeinden zugedachte Entwicklung, nämlich das charakteristische und weitgehend unberührte Landschaftsbild, unangemessen verändert würde.

Insbesondere der Rote Milan, in dessen Jagdgebiet beide Vorhaben liegen, ist an Windkraftanlagen in besonderer Weise durch Vogelschlag gefährdet. Er sucht seine Nahrung 50 bis 100 m hoch und damit in Nabenhöhe fliegend. Dies zeigen auch die erfassten Totfunde von Roten Milanen im Bereich von Windkraftanlagen.
Quelle: http://www.landesanwaltschaft.bayern.de/documents/14a2149b_000.pdf

Verwaltungsgericht Stuttgart:
Das öffentliche Interesse an der Erhaltung des Stand- und Nahrungsplatzes für Schwarz- und Rotmilane und deren Bestandes überwiege das private Interesse der Kläger, die Windkraftanlagen gerade in diesem Gebiet errichten zu dürfen, erheblich. Denn bei Schwarzmilan und Rotmilan handle es sich um besonders schutz- und erhaltungswürdige Vogelarten im Sinne der EG-Artenschutzverordnung und der Vogelschutz-Richtlinie. Weiter sei gerade der von dem beabsichtigten Bauvorhaben stärker betroffene Rotmilan besonders schutzwürdig, weil dieser europaweit mit einer verbliebenen Population von ca. 10.000 Exemplaren schwerpunktmäßig nur noch in Deutschland anzutreffen sei und die Bundesrepublik infolge dessen auch in besonderem Maße verpflichtet sei, das Überleben und die Vermehrung dieser stark bedrohten Art durch eine möglichst umfassende Erhaltung ihrer Lebensräume sicherzustellen.
Quelle: http://vgstuttgart.de/servlet/PB/menu/1198153/index.html?ROOT=1192939

Oberverwaltungsgericht Reinland-Pfalz:
Der Rotmilan jage – vor allem in der Brutzeit von Ende April bis Mitte Juli – meist bis zu 2,5 km weit vom Horst entfernt, die Nahrungsflüge erstreckten sich aber im Falle eines entsprechenden Nahrungsangebots durchaus regelmäßig auch über größere Entfernungen von bis zu 12 km.
….dass sich die zahlreichen Kollisionen von Rotmilanen im Zusammenhang mit der Nutzung von Windkraftanlagen in Deutschland als ein besonderes Problem herausgestellt hätten. Es handele sich überwiegend um lokale Brutvögel, wobei nach der Kollision in vielen Fällen auch noch eine Brut verloren gehen dürfte. Wegen der hohen Verantwortung, die die Bundesrepublik Deutschland für die Art trage, und des geringen Bestandes weltweit seien dringend Vorkehrungen zur Lösung dieses Problems zu treffen.
Quelle:
wka-urteil-ovg

VG Kassel zu gefährdeten Greifvogelarten: Rotmilane verhindern Bau von Windkraftanlagen.
In: Legal Tribune ONLINE, 04.07.2012,  http://www.lto.de/persistant/a_id/6531/ (abgerufen am 03.09.2012)

Zitat aus dem SZ-Bericht vom 26.09.2011 Isabel Meixner:
Zu Beginn der Veranstaltung stellte die Vorsitzende Suckfüll die Wadlhauser Gräben als besonders schützenswerten Lebensraum für gefährdete Tierarten wie den Rotmilan, den Uhu und den Schwarzstorch dar. Kühnel betonte, der Landkreis werde Gutachten dazu erstellen: „Wir wischen Ihre Bedenken doch nicht weg. Wenn der Uhu dort nachweislich lebt, werden keine Anlagen gebaut.“ Ein Großteil der Zuhörer quittierte seine Aussage mit Applaus, einige blieben kritisch: „Sie tricksen doch.“
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/wadlhauser-graeben-streit-ueber-windkraft-spitzt-sich-zu-1.1149130

Fotoserie eines getöteten Rotmilans:


Vorrang(-fläche) vor Naturschutz

Zufälle gibt`s! Um „Windwurf aufzuarbeiten“ hat die Gemeinde Pöcking eine ~200m lange schwerlastfähige Straßentrasse in das Landschaftsschutzgebiet bei Aschering schlagen lassen. Der neue Weg hat „ganz und garnichts“ mit den Pöckinger Konzentrationsflächen für Windkraft zu tun, sagt der Bürgermeister.
Der Vorgang zeigt anschaulich, wie ernst Gemeinden im Landkreis den Naturschutz nehmen, man ist sensibel wie eine Planierraupe!

Brutkasten des Max-Planck-Institutes für Ornithologie

Schneise zur Waldbewirtschaftung bei Aschering

Schneise zur Waldbewirtschaftung bei Aschering

Schneise zur Baustelle eines Windrades in Hessen

Weitere Bilder von der Rodung bei Aschering auf Skydrive:


 

Der Bericht im Münchner Merkur: MM-2012.06.19-Schneise_Aschering

Naturschutz vom Winde verweht . . .

Weinzierl-Söder-SothmannNebenstehendes Bild aus der Mainpost zeigt den ehemaligen Umweltminister Söder zusammen mit Ludwig Sothmann (LBV), Hubert Weinzierl (DNR) und BN-Vize Sebastian Schönauer zusammen mit dem Projektleiter bei der Besichtigung eines Windparks. Auch die Naturschutzverbände sind Proviteure der Windenergie. Bei der Genehmigung von Windenergieanlagen muss der Antragsteller Ausgleichszahlungen für den „unvermeidbaren Eingriff in Natur und Landschaft“ leisten.

Der Bayerische Naturschutzfond, finanziert damit Projekte der Naturschutzverbände wie z.B.  die „Bewahrung regionstypischer Landschaften mit charakteristischen Landschaftsbildern“. Über die Projekte und Programme entscheidet laut Satzung der Stiftungsrat, u.a. mit den Stimmen der drei Naturschutzverbandsvorsitzenden, mit einfacher Mehrheit.

Zitat aus einem Leserbrief zum oben verlinkten Zeitungsartikel:
„Man erkennt die Natur- und Vogelschützer nicht mehr wieder. Sie verleugnen jahrzehntelang heftig erkämpfte Privilegien der Natur und merken nicht, dass sie sich von Söders durchsichtiger Kampagne vereinnahmen lassen. Und keiner: kein Söder, kein Weiger, kein Weinzierl, kein Sothmann kann die Frage beantworten, was die geplanten 1500 Windräder an Strom wirklich bringen werden. Die bislang bestehenden rund 400 WKA produzieren nicht mal ein Prozent des bayerischen Strombedarfs. Auch die Verdreifachung oder Vervierfachung wird nur einen mäßigen Ertrag bringen – dafür aber eine massive Verschandelung der Kulturlandschaft.“

„Windräder töten Vögel und Fledermäuse und warum die Naturschutzverbände dazu schweigen“

Dr. Friedrich Buer:

„Lärmgutachten sollen stark eingeschränkt werden und die Behörden sollen die Bestimmungen  für den Naturschutz nicht mehr so streng nehmen. Der Artenschutz soll abgespeckt werden und auch in  Landschaftsschutzgebieten und Naturparks dürfen bald Windräder stehen. Und wie reagieren die Spitzenfunktionäre des Natur- und Umweltschutzes? „Die Politik bewegt sich endlich“ betont Sebastian Schönauer vom Bund Naturschutz. Von einem „großen Sprung“ spricht der oberste Vogelschützer Ludwig Sothmann. Und  Hubert Weinzierl schwärmt: „Die Energiewende ist ein Geschenk. Konflikte um Windräder werden minimiert“. Man wolle „zeigen, dass Windkraft auch im Wald genutzt werden kann“. Eindringlicher kann das Fukushima des Natur- und Umweltschutzes von seinen Spitzenfunktionären nicht vorgeführt werden. Arme Anwohner, arme Tiere und armer Wald!“

Beste Informationen von einem Insider: Windräder töten

Youtube-Video zum Thema

Siehe auch
http://www.dewezet.de/portal/lokales/aktuell-vor-ort/coppenbruegge-salzhemmendorf_Rotmilan-von-Windrad-geschreddert-_arid,420935.html