Standsicherheit mangelhaft

Ein Beitrag von Martin Verlage:
Gestern, am 3. Januar 2017, gab es einen Doppelschlag gegen die Windenergie. Gleich zwei Havarien bei älteren Rädern:

http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2017/01/windrad-umgeknickt-passow-uckermark.html

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Windrad-abgeknickt-Waren-lockere-Bolzen-Ursache,wulmstorf162.html

Dies sind die neuesten Ereignisse, zwei weitere Ausfälle gab es ja im letzten Monat:

Sitten:
http://www.lvz.de/Region/Doebeln/Durch-Unwucht-Defektes-Rotorblatt-reisst-Mast-um

Grischow:
http://www.n-tv.de/panorama/Windrad-Crash-gibt-Experten-Raetsel-auf-article19319406.html

Auffällig ist, dass die Experten in allen Fällen erstaunt sind. Es handelt sich um ältere Räder mit Höhen von um die 100 Metern, die jedoch deutlich vor dem Ende der Förderphase ungewollt vom Netz gehen. Das Umknicken von Masten ist wesentlich kritischer als die Brände. An der A63 zwischen Alzey und Mainz stehen 200m hohe Anlagen weniger als 200m von der Autobahn entfernt. Die rot/grüne-Landesregierung hatte vor einigen Jahren den Mindestabstand zu Fernstraßen herabgesetzt, weil ja angeblich nichts passieren könne. Die letzten Vorfälle sind ein leider eindringlicher Beweis dafür, dass die Annahmen zur Stabilität, so wie wie viele andere Annahmen, nicht halten. Müssen alle Anlagen jetzt ein neues Mindesthaltbarkeitsdatum bekommen?

Auch bemerkenswert: die Unfälle geschahen nicht bei Starkwind, es kam sozusagen aus heiterem Himmel.

Bis zum Septemer 2016 gab es auf Wikipedia eine Liste von Unfällen bei Windkraftanlagen. Leider ist diese gelöscht worden (Diskussion darüber kann man hier nachlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/1._September_2016#Liste_von_Unf.C3.A4llen_an_Windkraftanlagen_.28gel.C3.B6scht.29).

 

Fotos vom flügellahmen Windrad


 

Die Baustelle in Google-Maps:

Siehe dazu: http://gegenwind-starnberg.de/2015/11/das-fluegel-malheur/

„Das Flügel-Malheur“

Die Süddeutsche Zeitung berichtet:

Auf einem Waldweg zur östlichsten Windradbaustelle in den Wadlhauser Gäben bei Berg ist am Mittwoch ein Malheur passiert. Als die Arbeiter das dritte Windrad mit Flügeln versehen wollten, ist das Transportfahrzeug mit einem der Flügel gegen einen Baum geschrammt. „Ein dummer Fahrfehler“, sagt Robert Sing, Chef des gleichnamigen Ingenieurbüros, das den Anlagenbau koordiniert und leitet. Der Schaden an dem 25 Tonnen schweren Bauteil ist so groß, dass es nicht mehr repariert werden kann. Ein neuer Flügel muss herantransportiert werden. Am Baum hingegen sieht man wenig; die Rinde soll nur ganz leicht abgeschabt sein.

Ein Kommentator auf Facebook meint dazu:

Die Natur wehrt sich: Bäume verbiegen Rotorblätter ;-)

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/berg-das-fluegel-malheur-1.2724369

Rotorblattbruch: Ein “einmaliger Vorgang” wiederholt sich.

Rotorblattbruch Windpark IserloyAm 1. November 2006 gab es im Windpark Iserloy (Niedersachsen) bei einer „AS V80/2MW“ der Firma Vestas einen Rotorblattbruch. Damals war bei einem Sturm die zehn Meter lange Spitze eines Rotorblattes abgerissen und 200 Meter durch die Luft geflogen. „Es wurde festgestellt, dass es sich um einen einmaligen Vorfall gehandelt hat“, sagte damals Vestas, die Rotoren könnten ohne Einschränkungen weiter betrieben werden.

 

Doch am 3. September 2013, diesmal ohne Sturmeinwirkung, brach wieder ein Rotorblatt an der gleichen Stelle ab und stürzte zu Boden. Bei nur neun Anlagen in 12 Betriebsjahren ist das eine beachtliche Fehlerquote. Ein Windradflügel kostet rund 200.000 Euro.

Quellen:
http://www.ndr.de/hallonds17449.html
http://www.nwzonline.de/. . . /windrad-fluegel-bricht-ab_a_8,3,1499836206.html