Gefahr aus der Luft

w_wissenBild aus der Sendung: W wie Wissen
Wie gefährlich sind Windkraftanlagen für Vögel und Fledermäuse?

03.09.2016 | 6 Min. | Verfügbar bis 03.09.2021 | Quelle: Das Erste

Strom aus Windkraft gilt als ökologisch vorteilhaft. Doch Windkraftanlagen töten eine große Anzahl an Greifvögeln und Fledermäusen. Unvermeidbare Kollateralschäden oder ein zu hoher Preis für den Ökostrom?
http://mediathek.daserste.de/W-wie-Wissen/Wie-gefährlich-sind-Windkraftanlagen-für-Vögel ….

Vogelschlag bei den WKAs in Lamerdingen

Vögel auf Kollisionskurs – Streit um Windräder im Ostallgäu
Ein Filmbericht der BR Abendschau – Der Süden vom Dienstag, 9.6.2015

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/schwaben-und-altbayern/voegel-sterben-windraeder-ostallgaeu-100.html

Donau-Ries: Vögel verhindern Windräder

Rotmilan, Schwarzmilan, Baumfalke und Wespenbussard – diese Vögel haben den Plan der Firma Vensol aus Babenhausen, im Bereich des Rainer Stadtteils Wallerdorf drei Winkranftanlgen zu errichten, durchkreuzt. Weil diese, streng geschützten Arten im Bereich der möglichen Standorte vorkommen, verweigerte das Landratsamt Donau-Ries dem Vorhaben die Genehmigung. Die Windräder hätten ein „erhebliches Tötungsrisiko“ für die Vögel mit sich gebracht, was nicht mit dem Bundesnaturschutzgesetz vereinbar wäre….
Vögel verhindern Windräder bei Wallerdorf  – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Voegel-verhindern-Windraeder-bei-Wallerdorf-id33273177.html

Rotmilan in den Wadlhauser Gräben

toter Rotmilan neben Windrad

Im Windkraftvorranggebiet „Wadlhauser Gräben“ sind mehrere geschützte Vogelarten heimisch. Am Dienstag, den 26. Juni wurde beim Jägerwirt in Neufahrn das Artenschutzgutachten vom Plangsbüro Axel Beutler vorgestellt und es wurden Foto- und Filmaufnahmen des Rotmilans im Bereich Neufahrn/Wadlhauser Gräben gezeigt. Dieser vom Aussterben bedrohte Vogel zählt zu den „kollisionsgefärdeten Vogelarten“ und Windräder sollen zu den Nistplätzen dieser Vogelart einen Abstand von 1000m haben.

In der Bundesdrucksache 15/5188 heißt es:
Die bisher gefundenen Zahlen der von Windkraftanlagen getöteten Rotmilane und Seeadler sind in Relation zur Häufigkeit beider Arten in Deutschland vergleichsweise hoch. Sie sind auch relativ höher als die Opferzahlen anderer Greifvögel. Insofern kann von einem besonderen Risiko für diese Arten gesprochen werden.

Mehrere Verwaltungsgerichte haben WKA-Pläne gestoppt, weil sie u.a. Rotmilanpopulationen gefährdet hätten:

Bayerischer Verwaltungsgerichtshof:
Nach § 35 Abs. 1 BauGB dürfen auch privilegierte Vorhaben im Außenbereich nicht zugelassen werden, wenn ihnen öffentliche Belange entgegenstehen. Ob dies der Fall ist, ist im Weg einer „nachvollziehenden“ Abwägung zu ermitteln. Dabei sind die öffentlichen Belange je nach ihrem Gewicht und dem Grad ihrer nachteiligen Betroffenheit einerseits und das kraft der gesetzlichen Privilegierung gesteigert durchsetzungsfähige Privatinteresse an der Verwirklichung des Vorhabens andererseits gegenüber zu stellen (BVerwG vom 27.1.2005 BVerwGE 122, 364). Gemessen daran kann eine Verunstaltung des Landschaftsbilds nur in Ausnahmefällen angenommen werden, wenn es sich um eine wegen ihrer Schönheit und Funktion besonders schutzwürdige Umgebung oder um einen besonders groben Eingriff in das Landschaftsbild handelt (BVerwG vom 18.3.2003 Buchholz 406.11 § 35 BauGB Nr. 358).

Das den drei Gemeinden im Regionalplan zugedachte Entwicklungspotential
auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs würde durch die Zulassung der Windkraftnutzung entwertet, indem die wichtige Grundlage für die den Gemeinden zugedachte Entwicklung, nämlich das charakteristische und weitgehend unberührte Landschaftsbild, unangemessen verändert würde.

Insbesondere der Rote Milan, in dessen Jagdgebiet beide Vorhaben liegen, ist an Windkraftanlagen in besonderer Weise durch Vogelschlag gefährdet. Er sucht seine Nahrung 50 bis 100 m hoch und damit in Nabenhöhe fliegend. Dies zeigen auch die erfassten Totfunde von Roten Milanen im Bereich von Windkraftanlagen.
Quelle: http://www.landesanwaltschaft.bayern.de/documents/14a2149b_000.pdf

Verwaltungsgericht Stuttgart:
Das öffentliche Interesse an der Erhaltung des Stand- und Nahrungsplatzes für Schwarz- und Rotmilane und deren Bestandes überwiege das private Interesse der Kläger, die Windkraftanlagen gerade in diesem Gebiet errichten zu dürfen, erheblich. Denn bei Schwarzmilan und Rotmilan handle es sich um besonders schutz- und erhaltungswürdige Vogelarten im Sinne der EG-Artenschutzverordnung und der Vogelschutz-Richtlinie. Weiter sei gerade der von dem beabsichtigten Bauvorhaben stärker betroffene Rotmilan besonders schutzwürdig, weil dieser europaweit mit einer verbliebenen Population von ca. 10.000 Exemplaren schwerpunktmäßig nur noch in Deutschland anzutreffen sei und die Bundesrepublik infolge dessen auch in besonderem Maße verpflichtet sei, das Überleben und die Vermehrung dieser stark bedrohten Art durch eine möglichst umfassende Erhaltung ihrer Lebensräume sicherzustellen.
Quelle: http://vgstuttgart.de/servlet/PB/menu/1198153/index.html?ROOT=1192939

Oberverwaltungsgericht Reinland-Pfalz:
Der Rotmilan jage – vor allem in der Brutzeit von Ende April bis Mitte Juli – meist bis zu 2,5 km weit vom Horst entfernt, die Nahrungsflüge erstreckten sich aber im Falle eines entsprechenden Nahrungsangebots durchaus regelmäßig auch über größere Entfernungen von bis zu 12 km.
….dass sich die zahlreichen Kollisionen von Rotmilanen im Zusammenhang mit der Nutzung von Windkraftanlagen in Deutschland als ein besonderes Problem herausgestellt hätten. Es handele sich überwiegend um lokale Brutvögel, wobei nach der Kollision in vielen Fällen auch noch eine Brut verloren gehen dürfte. Wegen der hohen Verantwortung, die die Bundesrepublik Deutschland für die Art trage, und des geringen Bestandes weltweit seien dringend Vorkehrungen zur Lösung dieses Problems zu treffen.
Quelle:
wka-urteil-ovg

VG Kassel zu gefährdeten Greifvogelarten: Rotmilane verhindern Bau von Windkraftanlagen.
In: Legal Tribune ONLINE, 04.07.2012,  http://www.lto.de/persistant/a_id/6531/ (abgerufen am 03.09.2012)

Zitat aus dem SZ-Bericht vom 26.09.2011 Isabel Meixner:
Zu Beginn der Veranstaltung stellte die Vorsitzende Suckfüll die Wadlhauser Gräben als besonders schützenswerten Lebensraum für gefährdete Tierarten wie den Rotmilan, den Uhu und den Schwarzstorch dar. Kühnel betonte, der Landkreis werde Gutachten dazu erstellen: „Wir wischen Ihre Bedenken doch nicht weg. Wenn der Uhu dort nachweislich lebt, werden keine Anlagen gebaut.“ Ein Großteil der Zuhörer quittierte seine Aussage mit Applaus, einige blieben kritisch: „Sie tricksen doch.“
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/wadlhauser-graeben-streit-ueber-windkraft-spitzt-sich-zu-1.1149130

Fotoserie eines getöteten Rotmilans: