Vogelschlag bei den WKAs in Lamerdingen

Vögel auf Kollisionskurs – Streit um Windräder im Ostallgäu
Ein Filmbericht der BR Abendschau – Der Süden vom Dienstag, 9.6.2015

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/schwaben-und-altbayern/voegel-sterben-windraeder-ostallgaeu-100.html

„Berg steigt ein“

Leserbrief von Maria Reitinger zu einem Bericht über die Berger Windkraftplanung
in der SZ vom 05.03.2015: http://www.sueddeutsche.de/./energiewende-berg-steigt-ein

Natürlich hofften wir, dass das Ministerium im Sinne der Stellungnahme der Höheren Naturschutzbehörde vom 25.07.14 zumindest für 2 der Windkraftanlagen einen Baustopp verhängt und für eine weitere Anlage neue Untersuchungen anordnet, bevor der Anlagenbau beginnt. Es hat unserer Kenntnis nach keine weiteren Vogeluntersuchungen gegeben. Dass das Ministerium nun gestützt auf eben dieselbe höhere Naturschutzbehörde und das Landesamt für Umwelt meint, es gäbe nun doch keine Bedenken gegen den Anlagenbau, schafft Raum für vielfältige Spekulationen, liefert aber keine Begründung. Im Ergebnis stellt die Ministerin aber auch ausdrücklich klar: „Dem Ausgang des weiteren gerichtlichen Verfahren kann nicht vorgegriffen werden“
Dementsprechend war die Stellungnahme des Ministeriums nicht das „letzte Argument gegen den Bau der vier Windkraftanlagen“. Das müsste auch bei der SZ bekannt sein. Es wurde vergessen zu erwähnen, dass weiterhin mehrere Klagen vor Gericht rechtshängig sind und auch der Brief aus dem Umweltministerium einem Urteil nicht vorgreifen kann und will.
Der Gemeinde Berg sei versichert, dass alle Kläger – Bürgerinitiative, Gemeinde Schäftlarn und alle privaten Kläger – sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen werden.
An die Adresse des Gemeinderats Berg und alle Befürworter der Planung: Stimmt es Sie nicht nachdenklich, dass keine andere Gemeinde im gesamten Oberland den Bau von Windkraftanlagen plant? Stimmt es Sie nicht nachdenklich, dass Robert Sing als damaliger Mitarbeiter der Stadtwerke München die Windverhältnisse im Oberland als zu schlecht für einen rentablen Betrieb von Windkraftanlagen eingeschätzt hat: ‚Viele glauben, wenn sie hier Geld anlegen, können sie gar nichts falsch machen. Da werden noch einige aufwachen.‘ (SZ 12.01.2012)
Nun ist er Inhaber der Robert Sing GbR Windkraft-Projektierungsfirma und profitiert persönlich vom Bau der Windkraftanlagen – in der Regel fließen 10 % der Gesamtsumme an den Projektanten (derzeit geht man von Gesamtkosten von 21,6 Mio. € aus). Als Geschäftsführer der Bürgerwind Berg Verwaltungs-GmbH profitiert Herr Sing auch vom Betrieb in den nächsten 20 Jahren. 3 % vom Stromerlös sind dafür eingeplant (nach der Prognoserechnung 1,58 Mio.). Diese Aussicht scheint seine Sicht auf die Rentabilität der Anlagen deutlich korrigiert zu haben.
Florian Bieberbach, der aktuelle Geschäftsführer der Stadtwerke München, ein Insider der Berger Windmessungen und Windgutachten, hat zu den Berger Planungen geäußert: „Ich würde mich wundern, wenn sie tatsächlich gebaut werden. Es werde sich allem Anschein nach kein Investor finden, der Wind weht viel zu schwach für einen rentablen Betrieb der Anlage.“(SZ 19.09.2014).