„So könnte der Strommarkt der Zukunft aussehen“

stromrationierung

Kommentar zum Spiegel-Artikel

Der Spiegel berichtet:

„Die Bundesregierung will die Stromversorgung komplett umbauen. Nun haben Wissenschaftler nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen ein Konzept erarbeitet, das ebenso revolutionär wie radikal ist. Die Energiewelt steht vor einem Machtkampf.“

http://www.spiegel.de/../energiewende-so-koennte-der-strommarkt-der-zukunft-aussehen

 

„Hier treibt der Irrsinn Blüten“

Die Freie Presse berichtet:

Weil es seit Tagen zu viel Windstrom gibt, ist in Theuma (Sachsen) jetzt die Fernwärme abgedreht worden. Darunter auch im Haus des früheren FDP-Bundestagsabgeordneten Joachim Günther. „Hier treibt der Irrsinn Blüten“, schimpft der Ruhestandspolitiker, der mit Windrädern ohnehin auf Kriegsfuß steht und eine lokale Bürgerinitiative unterstützt, die weitere Anlagen ablehnt. Die Fernwärme des Ortes kommt aus der Biogasanlage der örtlichen Agrargenossenschaft. Der Energieversorger hatte diese Biogasanlage für mehrere Stunden abgeschaltet, weil wegen des Überangebots an Windenergie die Stromnetze überlastet waren. Der Chef der Agrargenossenschaft erklärt: „Wir haben darauf keinen Einfluss, das passiert per Fernsteuerung.“

http://www.freiepresse.de/../Zu-viel-Wind-Theuma-ohne-Fernwaerme

Blackout-Sorgen in Berlin

Die Versorgung mit alternativ erzeugter Energie lässt sich in Berlin nicht zuverlässig kontrollieren. Das Risiko eines flächendeckenden Stromausfalls in der Stadt ist gestiegen.

Wird zum Beispiel bei windigem Wetter mehr Strom erzeugt als verbraucht, kann es zu kritischen Situationen kommen. „Sobald es bei 50Hertz zu einem Leistungsungleichgewicht kommt, würde auch in Berlin Blackout-Gefahr bestehen“.

Quelle:
http://www.morgenpost.de/./Stromausfaelle-gefaehrden-den-Berliner-Nahverkehr..

Windstrom bis die Leitung glüht

Interessante Infos aus Österreich zum Thema Windstrom:  kurier.at. Bitte auch die Leserkommentare beachten! Zitate aus dem Artikel:

Österreich Sonntag, 3. November, 14 Uhr:
„Binnen kurzer Zeit ist die Leistung der Windkraftanlagen von 200 auf 1270 Megawatt hochgeschnellt“, erzählt Gerhard Christiner, Vorstand der Austrian Power Grid (APG), die für das Funktionieren der Hochspannungsleitungen in Österreich zuständig ist. In Österreich wurde der Strom zu diesem Zeitpunkt nicht gebraucht. Der einzige Ausweg: Der Windstrom musste ins benachbarte Ausland abgeleitet werden, sonst wären unsere Stromleitungen zusammengebrochen.

Deutschland 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit:
Deutschland produziert enorm viel Windenergie. Mangels Nachfrage sinkt der Strompreis an der Börse auf wenige Euro pro Megawattstunde. „Daraufhin kauften alle Stromhändler in Österreich wie wild an der Börse ein“, erzählt Christiner. Diese Mengen aber konnten mangels ausreichender Leitungen nicht nach Österreich transportiert werden. Die APG-Mitarbeiter mussten die Stromimporte der Händler daher kürzen.

Quelle:
http://kurier.at/wirtschaft/marktplatz/wie-ein-windstoss-am-sonntag-das-stromnetz-ergluehen-liess/34.256.859

 

Energiewende “vor dem Scheitern”

Der Vorstandsvorsitzende von Österreichs größtem Elektrizitätskonzern, Herr Wolfgang Anzengruber spricht aus, was unsere Politiker noch leugnen: Die deutsche „Energiewende“ steht vor dem Scheitern! Das Interview mit dem Chef der Verbund AG liest sich wie eine Anklageschrift:

„Wir bauen mittlerweile Erzeugungsanlagen, ohne dass es eine Leitung dorthin gibt. Das hätte es früher nie gegeben. Kein Mensch hätte ein Kraftwerk gebaut ohne einen Netzanschluss. Man könnte es zynisch formulieren: Das ist insofern konsequent, weil Investitionen in erneuerbare Energien oft gar nicht der Energieversorgung dienen. Es sind reine Finanzanlagemodelle. Es zahlen alle dafür, dass einige wenige tolle Renditen erzielen können.“

„Man muss klar feststellen: In der Zeit der Energiewende ist die Stromversorgung in Deutschland und Europa erheblich schlechter geworden. Der Netzbetreiber Tennet, der für das Hochspannungsnetz von Nord nach Süd zuständig ist, schaut sich verzweifelt nach Winterhilfe um, also nach Leistungsstützungen für Süddeutschland.

 „Deshalb ist ausgerechnet der größte Klimaverschmutzer, die Braunkohle, derzeit die wirtschaftlichste Erzeugungstechnologie – eine weitere Skurrilität der Energiewende.“

Quellen:
http://www.industriemagazin.net/home/artikel/Energieversorger/Verbund_Chef_Anzengruber_Energiewende_vor_dem_Scheitern/aid/16376?analytics_from=more_ressort
http://www.manager-magazin.de/lifestyle/artikel/0,2828,873716-6,00.html

Katastrophenpläne wie zur Zeit der Ölkrise

„Wir haben in diesem Winter schon eine angespannte Situation, aber das System läuft immer weiter in die Destabilisierung“, warnt Markus Fürst, Leiter Systemführung bei Transnet-BW. Dann seien Maßnahmen wie etwa das Abschalten des Stroms für alle Verbraucher im rollierenden System nötig. Jeweils eineinhalb Stunden wären dann jeweils genau definierte Regionen komplett vom Strom abgehängt. Danach gäbe es wieder 13,5 Stunden Strom, bevor eine abermalige Abschaltung vorgenommen würde, sagte Martin Konermann, Vorstandsmitglied der ENBW Regional AG während eines Journalisten-Workshops in Wendlingen. Auf diese Weise könnte der Stromverbrauch um 5 Prozent reduziert werden.

In der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Rolf Hempelmann, Dirk Becker, Hubertus Heil (Peine), weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD – Drucksache 17/7695 – heißt es:
In diesem Zusammenhang ist es hilfreich, den Blick nach Japan zu richten, wo in der Folge der Katastrophe von Fukushima in einem sofort wirksamen Aktionsplan eine Versorgungslücke verhindert wurde. Auch in Deutschland muss nun geprüft werden, ob einige der in Japan ergriffenen Maßnahmen kurzfristig auch für Deutschland umgesetzt werden können, um die von der Bundesnetzagentur erwarteten Problemsituationen in den  Wintern 2011/2012 und 2012/2013 zu entschärfen. Da der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung die Energiewende und den Atomausstieg unterstützt, kann unterstellt werden, dass auch hier eine  große Bereitschaft besteht, zu Hause und am Arbeitsplatz die Einsparziele mitzutragen und alle Potenziale auf der Nachfrageseite zu nutzen.

Nach Auskunft des japanischen Wirtschaftsministeriums wurden nach der  Reaktorkatastrophe von Fukushima die folgenden Maßnahmen ergriffen:
 1. geplante rollierende Abschaltung von Teilnetzgebieten für jeweils drei Stunden;
 2. gesetzliche Verpflichtung der Stromgroßverbraucher (> 500 kW) zur Lastreduktion um 15 Prozent zu Spitzenlastzeiten;
 3. Appelle an kleinere Stromverbraucher (< 500 kW) und Privathaushalte zur Reduzierung des Stromverbrauchs um 15 Prozent.

 Maßnahmen analog der beiden erstgenannten Punkte sind in Deutschland ausdrücklich nur für bestimmte Krisensituationen und im Rahmen der Krisenvorsorge vorgesehen, d. h. bei größeren Stromausfällen über längere Zeiträume.

Quellen:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/energiepolitik/bei-engpaessen-plaene-fuer-stromabschaltungen-11983604.html

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/079/1707928.pdf

Tschechien wehrt sich gegen deutschen Windstrom

Tschechiens Industrieminister Martin Kuba:
„Seit dem letzten Jahr ist die Überlastung unserer Stromnetze deutlich gestiegen. Das bedroht die Energiesicherheit unseres Landes. Wir müssen die Interessen der Tschechischen Republik schützen.“

Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1930071/

Windstrom für die Holländer zum Spot(t)preis

Die deutschen Stromexporte summierten sich seit Jahresbeginn auf einen Rekordwert von etwa 17 Mrd. Kilowattstunden (kWh)  (1). Das entspricht dem Jahresstrombedarf von 5 Millionen 2-Personen-Haushalten. Die Stadtwerke München produzieren mit ~7,5 Mrd. Kilowattstunden (4) weniger als die Hälfte dieser Menge.
In Deutschland sind derzeit ~23.000 Windräder mit ~30 GW Leistung errichtet. Diese erzeugten im Monatsdurchschnitt von März 2012 – Juni 2012 ~ 3,3 Mrd kWh:

Quelle: Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt - 31.10.2012

Seit März dieses Jahres importieren alleine die Niederländer 2 Mrd. Kilowattstunden pro Monat aus Deutschland (2).

Jedes zweite deutsche Windrad lief in diesem Zeitraum ausschließlich um Strom für die Holländer zu produzieren!

Die Süddeutsche Zeitung schreibt am 10.11.2012: Die genannten Mengen enthalten auch jenen Strom, der unbezahlt in die Netze der deutschen Nachbarn fließt. Das geschieht etwa dann, wenn Windkraftwerke wegen starken Sturms deutlich mehr Strom liefern, als die deutschen Netze aufnehmen können.
Kein Wunder, dass die Holländer teure Kraftwerke herunter fahren, um Platz zu schaffen, für Billigstrom aus Deutschland (7). Dank dieser Stromimporte zum Spottpreis lag im Mai/Juni 2012 der Anteil an regenerativem Strom im holländischen Netz  bei 25% (3), und damit  höher als in Deutschland.

Für all dies zahlt der deutsche Stromkunde. In Holland kostet die kWh Strom 18,4 Cent, bei uns demnächst 30 Cent (6). Wir sind die Deppen Europas.

Quellen:
(1) http://www.iwr.de/news.php?id=22404
(2) http://www.manager-magazin.de/fotostrecke/fotostrecke-89452-2.html
(3) http://www.manager-magazin.de/fotostrecke/fotostrecke-89452-3.html
(4) http://www.swm.de/privatkunden/unternehmen/ . . energien.html
(5) http://de.wikipedia.org/wiki/Windenergie#. . . . 
(6) http://www.kwh-preis.de/strompreis-dossier-teil-5-strompreise . . .
(7) 
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/0,2828,865889,00.html 

 Manager-Magazin: Deutschland exportiert so viel Strom wie noch nie