Leserbrief zum SZ-Artikel „Wald vor Wind“

Leserbrief von Alice Federspieler betr. Artikel „Wald vor Wind“ vom 26.03.2015 von Christian Sebald

 

Sehr geehrte Redaktion des „Bayernteils“ der SZ,

äußerst positiv überrascht hat uns, die Mitglieder des Vereins zum Schutz der Wadlhauser Gräben“, Ihre Berichterstattung über die Bedrohung eines spektakulär schutzwürdigen Landschaftsschutzgebiets am Rande eines Naturschutzgebiets im Bayerischen Wald durch einen „Windpark“ von 14 Windkraftanlagen.

Sie beschreiben in Ihrem Artikel, wie die dort heimische und streng geschützte Tierwelt durch dieses Vorhaben  „empfindlich gestört und geschädigt“ würde. Sie befürchten auch, dass der „Vorrang“ der Windkraftanlagen im Wald einen „immensen Ansehensverlust für den Nationalpark“ bedeuten würde. Dass Sie ein „Herz für bedrohte Vögel“ haben, zeigt sich auch in der seriell wiederkehrenden journalistischen Begleitung eines Kuckucks, der sich derzeit wohl nach seinem Aufenthalt in Westafrika auf den Heimweg Richtung Donaumoos macht.

Bei den Wadlhauser Gräben handelt es sich ebenfalls um ein Landschaftsschutzgebiet, um einen langgezogenen, bewaldeten Höhenrücken zwischen dem Starnberger See und dem Isartal.

Die Kreisgruppe Starnberg unter dem Vorsitz von Günter Schorn des Bundes Naturschutz hat noch im Herbst 2011 in ihrer Stellungnahme zu den WKA-Planungen dort durch die Gemeinde Berg betont, dass es sich bei der naturschutzrechtlichen Würdigung durch die antragstellende Kommune um ein falsches und mangelhaftes „Gutachten“ handle.

Die Waldbestände seien „Altbestände“ von Buchen und Mischwald und nicht Fichtenmonokulturen; nicht behandelt worden seien besonders geschützte Vogelarten, wie Schwarzspecht, Kolkrabe und Baumfalke. Genauso wenig sei man auf Brutvögel, wie Raufußkauz, Sperlingskauz, Uhu, Rotmilan und Wespenbussard eingegangen. Die beiden letztgenannten Vogelarten kreisen in Höhen bis zu 300 Metern und sind besonders mit den WKA-Rotoren kollisionsgefährdet.

Seither hat man von dieser Kreisgruppe des Bunds Naturschutz nichts mehr gehört, außer dass Herr Schorn in einem internen Pamphlet die naturschutzrechtlichen Bedenken des „Vereins zum Schutz der Wadlhauser Gräben“ für „vorgeschoben“ hält und die Argumente für „zutiefst eigennützig“.

Da stellt man sich schon die Frage: Wie ist dieses merkwürdige Verstummen und wie sind diese  aggressiven Ausfälligkeiten anderen Naturschützern gegenüber zu erklären? Und auch: Warum verfolgt die Süddeutsche Zeitung den Flug des Kuckucks über Afrika mit soviel Empathie und schweigt die Auslöschung seltenster endemischer Vogelarten vor der Münchner Haustür tot? Beginnt der Naturschutz erst an Oberbayerns Grenzen?

Wir Vereinsmitglieder jedenfalls sehen in diesem WKA- Projekt am Starnberger See die Akkumulation mehrerer Phänomene: fehlgeleitete Gesetzgebung; sinnlose, da energiepolitisch unwirksame Subventionen, die wiederum die Gier einiger weniger entfachten; Wegsehen der verantwortlichen Behörden und Gerichte und eben auch der Medien. Alles zusammen ergibt einen Schildbürgerstreich allererster Güte, dem die wehrlose Natur zum Opfer fällt. Aber man darf ja die Hoffnung nicht aufgeben: Vielleicht macht die Süddeutsche wenigstens in der Person Christian Sebalds auf dem eingeschlagenen Weg weiter und die Natur findet nun einen Fürsprecher für von WKA bedrohte Natur und Landschaft.

Mit freundlichen Grüßen

Alice Federspieler

 

Siehe dazu:
http://www.sueddeutsche.de/bayern/naturschutz-wald-vor-wind-1.2410124

Fledermaus-Häcksler

Bat-Sticker-384x459Der Spiegel berichtet: Eine Analyse der Leibniz-Universität Hannover in 42 deutschen Windparks ergab im Schnitt zwölf tote Fledermäuse je Anlage.

„Rechnet man den Befund auf die aktuell 25.000 Windenergieanlagen in Deutschland hoch, sterben an ihnen jährlich eine Viertelmillion Fledermäuse“

Pikant: Den Partnern des Projektes, darunter die Firma Enercon, wurde Anonymität zugesichert – im Gegenzug für deren Bereitschaft an der Studie mitzuwirken.

Quelle: http://www.spiegel.de/. ./windkraft-tausende-fledermaeuse-sterben-an-windraedern . . .

„Staatlich geförderter Vogelmord“

The Washington Times:
„Windenergie ist teuer und unzuverlässig. Sie reduziert die Kohlendioxid-Emissionen nicht, aber sie rottet gefährdete Vogelarten aus. In den letzten 25 Jahren sind schätzungsweise 2.300 Steinadler allein durch die Turbinen am Altamont Pass in Kalifornien getötet worden. In dem 86 Quadratmeilen großen Bereich der Altamont Windanlage, hat in den letzten 20 Jahren kein Adler mehr genistet, obwohl das Gebiet ihr primärer Lebensraum ist. Insgesamt gab es einen 80-prozentigen Rückgang der Steinadlerpopolation in Südkalifornien.
Die schreckliche Realität ist, dass in den Vereinigten Staaten allein durch die „eco-friendly“ Windkraftanlagen schätzungsweise 13.000.000 bis 39.000.000 Vögel und Fledermäuse pro Jahr getötet werden.“

Zum Vergleich: In den USA stehen ~39.000 Windräder – in Deutschland sind es ~23.000.

Read more: http://www.washingtontimes.com/news/2012/dec/22/big-wind-tax-credit-exterminates-endangered-specie/

Mäuse fürs Milan-Schreddern

Die radikale „Verspargelung der Landschaft“ im Namen des Klimaschutzes ohne Rücksicht auf die Natur beklagt DIE WELT am 03.03.2013. Der Politik kann es dabei nicht schnell genug gehen: „Investoren werden reihenweise gequält von den untersten Naturschutzbehörden in den Landratsämtern“ beklagt Claus Schmiedel, SPD-Fraktionsvorsitzende im Stuttgarter Landtag. Und die Naturschutzverbände schweigen, wenn nur die Kasse stimmt. Auch in Bayern fließt bei der Genehmigung von WKAs Geld an den „Naturschutz“: http://gegenwind-starnberg.de/2012/03/naturschutz-vom-winde-verweht/
Aber den Verbänden ist das noch viel zuwenig: „Wir wollen erreichen, dass etwa eine halbe Million Euro pro kleinem Windpark in eine Umweltstiftung fließen. Dafür würden wir dann auf Klagen verzichten“ meinte Konrad Volkhard, Funktionär des Nabu-Kreisverbandes Werra-Meißner. Einmal hat es schon geklappt, für 500.000.- Euro wurde eine Klage zurückgezogen. Aus den Mitteln sollte eine Studie über die Jagd des Milan in der Nähe von Windrädern finanziert werden. Der Name des Projektes: „Mäuse für den Milan“

Quelle, sehr lesenswert:
http://www.welt.de/print/wams/article114078274……

 Der Rotmilan im Flug:

Vorrang(-fläche) vor Naturschutz

Zufälle gibt`s! Um „Windwurf aufzuarbeiten“ hat die Gemeinde Pöcking eine ~200m lange schwerlastfähige Straßentrasse in das Landschaftsschutzgebiet bei Aschering schlagen lassen. Der neue Weg hat „ganz und garnichts“ mit den Pöckinger Konzentrationsflächen für Windkraft zu tun, sagt der Bürgermeister.
Der Vorgang zeigt anschaulich, wie ernst Gemeinden im Landkreis den Naturschutz nehmen, man ist sensibel wie eine Planierraupe!

Brutkasten des Max-Planck-Institutes für Ornithologie

Schneise zur Waldbewirtschaftung bei Aschering

Schneise zur Waldbewirtschaftung bei Aschering

Schneise zur Baustelle eines Windrades in Hessen

Weitere Bilder von der Rodung bei Aschering auf Skydrive:


 

Der Bericht im Münchner Merkur: MM-2012.06.19-Schneise_Aschering

„Windenergie ist keine Lösung“

In einer Denkschrift, welche sie dem Umweltminister Herrn Dr. Marcel Huber überreichten,  stellen Windkraftgegner aus dem Landkreis Tirschenreuth die derzeitige Windkraftpolitik grundsätzlich in Frage. Wichtigstes Argument: Die in ganz Bayern geplanten 1500 Windkraftanlagen würden zusammen gerade mal so viel Strom erzeugen, wie ein einziges modernes Gaskraftwerk. Der Eingriff in die Natur, den der Bau so vieler Windkraftanlagen mit sich bringe, stünde in keinem Verhältnis zu dem Nutzen.
Quelle: http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/3160789-126-windenergie_ist_keine_loesung,1,0.html