„Gaskraftwerke werden zu Ladenhütern“

„Der derzeitige Star bei Siemens wiegt so viel wie ein vollgetankter Airbus A380 und hat die Kraft von 1.200 Porsche 911. Die Rede ist von der H-Klasse Gasturbine Nummer 28, sie ist so effizient wie keine andere Gasturbine weltweit. Deutschland war das erste Land, in dem sie im Jahr 2011 eingesetzt wurde, im Gaskraftwerk Irsching von Eon. Die Ironie an der Geschichte: Das hocheffiziente Kraftwerk ist inzwischen ein Fall für Staatshilfe.“

Quelle:
http://www.handelsblatt.com/. ./energiewende-gaskraftwerke-werden-zu-ladenhuetern

Gas statt Windkraft!

Gaskraftwerk Franken 1

CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0 Files by User: Achates

Gaskraftwerk Franken I (und Irsching) statt WKA in Bayern                 

Das Gas-Kraftwerk Franken I in Gebersdorf bei Nürnberg (350+400 MW), das heute zu E.on gehört, kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken — und steht vor spannungsreichen Zeiten. Es ist „systemrelevant“ aber lediglich unter 500 h/a am Netz.

http://www.nordbayern.de/. ./franken-i-seit-1913-im-dienst-der-stromversorgung-. . .

http://www.nordbayern.de/region/eon-will-kraftwerk-in-gebersdorf-schliessen . . .

Wollte man 750 MW im Jahresmittel durch WKA (z.B. je 2 MW mit etwa 16% Auslastung in Bayern) ersetzen, wären 2340 WKA *) nötig und Invest-Kosten von 5-6 Mrd Euro. Würde man – anstatt das Frankenland mit großem Aufwand zu „verspargeln“ – einfach das vorhandene Kraftwerk Franken I voll ans Netz nehmen, könnte man sich viele Kosten und Probleme ersparen – dazu noch die Stromspeicherung, den Netzausbau, die Ausweisung von Vorranggebieten, den Immobilien-Wertverlust sowie die Bürgerproteste.

Zudem hätte man eine sichere Stromversorgung rund um die Uhr, unabhängig von den Launen des Wetters – und dazu wäre der Strom noch um etwa 35% billiger! Das Argument ‚Klimaschutz‘ wäre weitestgehend irrelevant: Franken I dürfte bei Vollauslastung jährlich etwa 3,2 Mio tCO2 ausstoßen. Das würde längerfristig (über etliche Jahrzehnte, überschlägig gerechnet) 0,011 ppm und letztlich nur eine (weder mess- noch wahrnehmbare) Temperaturerhöhung von etwa 0,000025 °C ausmachen. Zudem müsste man berücksichtigen, dass auch bei der Herstellung der WKA (Stahlbeton-Fundament, Turm) eine Menge CO2 freigesetzt wird.

Vgl. auch SPIEGEL #12/2013, Björn Lomborg: Erdgas gegen den Klimawandel. Warum die deutsche Energiewende teuer und wirkungslos ist. Alle unsere Solaranlagen (und dasselbe dürfte in etwa auch für die WKA gelten) werden nur einen Temperaturrückgang um 0,0001°C bis 2100 bringen  http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-91568151.html
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*) Das Energiekonzept der Bayerischen Staatsregierung sieht für ganz Bayern noch etwa 1500 WKA vor: S.13 http://www.bayern.de/Anlage10344945/BayerischesEnergiekonzeptEnergieinnovativ.pdf

D.h. bei Nutzung von Franken I wären in Bayern keine WKA erforderlich – ganz abgesehen von Irsching mit 312+415+560+845 MW  http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Irsching sowie http://de.wikipedia.org/wiki/SGT5-8000H – wo 330 gCO2/kWh erreicht werden . Die WKA sind in Bayern wegen der i.a. zu geringen Windgeschwindigkeiten ohnehin meist nicht wirtschaftlich – der Stromertrag hängt nämlich von der 3.Potenz der Windgeschwindigkeit ab, wird also i.a. deutlich zu gering – z.B. bei 80% sinkt er auf die Hälfte.
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Hinweis: 2012 in D installiert: 31,2 GW WKA. Aktuelle Planungen der Länder: 80 GW (!). Ziel der Bundesregierung 2020: 45 GW, 2050: 85 GW  (Spiegel 1.7.13)

Verfasser dieses Beitrages:
Dipl.-Ing. Peter Dietze, Langensendelbach    p_dietze@arcor.de

 

 

 

Grüne fordern Subventionen für Gaskraftwerke

Weil es einen Einspeisevorrang für Wind- und Solarstrom gibt, gibt es in Deutschland kaum Pläne für neue Gaskraftwerke. Denn angesichts von immer mehr Ökoenergie ist unklar, wie viele Stunden das Kraftwerk pro Jahr Strom produzieren würde und ob sich die Milliardeninvestition in ein Gaskraftwerk rechnen würde. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist daher besorgt. Der Atomausstieg und die Stilllegung konventioneller Kraftwerke könnten die Versorgungssicherheit in „relevantem Umfang gefährden“, warnte er in einem Brief an Merkel (CDU). „Ich bin der festen Überzeugung, dass der Strommarkt in seiner derzeitigen Ausgestaltung nicht geeignet ist, die Herausforderungen der Energiewende zu meistern.“ Es seien deshalb „marktnahe Anreize“ nötig, damit flexible Kraftwerke neu gebaut und länger am Markt gehalten würden.

Quelle:
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2011/energiewende189.html