Abstandsregeln

Vergleich-Abstand-Bundesländer-großDie Bundesratsinitiative der Bundesländer Bayern und Sachsen für größere Abstände von Windkraftanlagen zu Wohnhäusern hat zahlreiche Gegenreaktionen hervorgerufen. Die Grünen wittern hinter dem Vorstoß einen Kniefall vor der Atomlobby und der Bundesverband Windenergie reichte eine Petition ein, um gegen die von Seehofer verlangten großen Abstände zu protestieren. Ein solcher Erlass wäre nach Meinung des Verbands rechtswidrig.

Die Abstandsregeln im bayerischen Windenergie-Erlass vom 20. 11. 2011 beruhen auf Erkenntnissen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt wie dieser:

Da die von Windkraftanlagen erzeugten Infraschallpegel in der Umgebung deutlich unterhalb der Hör- und Wahrnehmungsgrenzen liegen, können nach heutigem Stand der Wissenschaft Windkraftanlagen beim Menschen keine schädlichen Infraschallwirkungen hervorrufen. Gesundheitliche Wirkungen von Infraschall (< 20 Hertz) sind erst in solchen Fällen nachgewiesen, in denen die Hör- und Wahrnehmbarkeitsschwelle überschritten wurde. Nachgewiesene Wirkungen von Infraschall unterhalb dieser Schwellen liegen nicht vor.

Der bayerische Windenergie-Erlass verkürzt das zu :

„Bereits ab einem Abstand von 250 m von einer WKA sind im Allgemeinen keine Belästigungen durch Infraschall mehr zu erwarten. In diesen Fällen ist keine weitere Prüfung zu Infraschall geboten.“

Beim hörbaren Schall vermutet die Fachbehörde folgendes:

Es erscheint realistisch, bei der Planung von Windparks in Bezug auf einen Immissionsort einen wirksamen Gesamt-Schallpegel von etwa 110 dB(A) ansetzen. Dabei wird angenommen, dass sich die Schallemissionen der neueren Windenergieanlagen in naher Zukunft nicht mehr wesentlich verändern.

Auf Basis dieser Annahme ergeben sich unter Berücksichtigung der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm folgende Abstände:
TA-Lärm-AbständeUm die für allgemeine Wohngebiete nötigen 40 dB bei Nacht zu unterschreiten, reichen somit rechnerisch 800 m Abstand knapp aus. Dieser minimale Abstandswert wurde ohne weitere Sicherheitszuschläge in den Erlass geschrieben. Da diese Berechnung zum Teil auf Annahmen beruht, verwundert es nicht, dass andere Bundesländer mit anderen Annahmen zu völlig anderen Ergebnissen kommen:

Abstandsempfehlungen in Deutschland

Abstandsempfehlungen zu Windkraftanlagen in Deutschland (Auszug)

Nach dieser offiziellen Auflistung gilt in Sachsen-Anhalt derzeit schon die Formel, welche in Bayern zukünftig auch gelten soll: WKA > 100m: 10 x Gesamthöhe

Quellen:
http://www.regierung.oberpfalz.bayern.de/. . . /windenergie/schalltechn_hinweise.pdf
http://www.stmug.bayern.de/. . . /windenergie/doc/windenergie_erlass.pdf
http://www.bmu.de/. . /pdfs/allgemein/application/pdf/abstandempfehlungen_bf.pdf
http://gegenwind-starnberg.de/. . . /standsicherheit-des-windrads/

 

England schützt seine Bürger besser!

Obwohl in Deutschland 610 Bürgerinitiativen dafür kämpfen, ist derzeit noch keine Rechtsgrundlage geschaffen worden, die strengere Abstandrichtlinien wegen des Infraschalles vorschreibt. Möglicherweise wird aber in naher Zukunft eine solche Rechtsgrundlage bezüglich der Gesundheitsgefährdung durch Infraschall geschaffen. Die EPWA / „Europäische Plattform gegen Windkraftanlagen“ bereitet inzwischen eine großangelegte Klage gegen die Europäische Kommission wegen dieses Mankos vor.

Unten verlinkt findet sich der Erlass (Bill) des Houses of Loards (englisches Parlament) vom 10. November 2011. Nach einer ausführlichen Diskussion wurden aus Sicherheitsgründen zur Vorbeugung möglicher gesundheitlicher Schäden die Abstände der Windkraftturbinen zum verbauten Gebiet wie folgt festgelegt:

Wenn die Höhe der Windenergieanlage
(A) größer als 25m ist, aber 50m nicht überschreitet, einen Abstand von >1000m;
(B) größer als 50m ist, aber 100m nicht überschreitet, einen Abstand von >1500m;
(C) größer als 100m ist,  aber 150m nicht überschreitet, einen Abstand von  >2000m;
(D) mehr als 150m ist, beträgt der minimale Abstand  3000m.

In der Anlage befindet sich das Gesetz mit deutscher Übersetzung, vom Englischen Parlament veröffentlicht am 24. Mai 2012, sowie die Niederschrift der Debatte des „ Houses of Loards“ vom 10. Nov. 2011 mit einem Hinweis auf das Gutachten von N.Pierpont! (gelb makiert!)

Da England im Verband der Europäischen Union ist, kann es sein, dass dieser Erlass bald richtungsweisend in der EU sein wird!

Quelle: Gerhard Penka – www.kampfgegenwindraeder.at

Bill House of Loards
Bill House of Loards german
Debatte House of Loards

„Möchtest Du da wohnen?“

Diese Frage stellte Ministerpräsident Horst Seehofer seinem Umweltminister Marcel Huber angesichts der Pläne für 27 Windkraftanlagen rund um Hendungen im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Vertreter mehrerer unterfränkischer Bürgerinitiativen waren am 05.03.13 vom Bayerischen Ministerpräsidenten nach München zu einem Gespräch geladen. Hauptkritikpunkt der Bürger war der zu geringe Abstand zwischen den Windkraftanlagen und der Wohnbebauung. Bisher gelten  800 Metern als ausreichend, die Windkraftkritiker fordern dagegen als Abstand  mindestens die zehnfache Höhe der Windräder. „Die 800 Meter stammen noch aus einer Zeit, als die Windräder 80 Meter hoch waren“ sagte ein Vertreter der Bürgerinitiativen.
Als Ergebnis des Gespräches sollen sämtliche im nordbayerischen Raum geplanten Anlagen zur Gewinnung von Windenergie noch einmal auf den Prüfstand kommen. Seehofer hat darauf verwiesen, bei der Planung von Windrädern darauf zu achten, dass die Lebensqualität der Menschen. die Schönheit der Landschaft und naturschutzfachlich wertvolle Flächen geschont werden.

Quelle:
http://www.br.de/nachrichten/unterfranken/gespraech-seehofer-windkraftgegner-…..

Gebietskulisse Windkraft


Der Münchner Merkur hat die „geheime“ Windkarte des bayerischen Umweltministeriums veröffentlicht. Die „unverbindliche Planungshilfe“ für Städte und Gemeinden zeigt in grün und gelbgrün die möglichen Standorte für WKAs.

Ein Bericht in der SZ zu diesem Thema:
Link zu der Info des Umweltministeriums:
http://www.stmug.bayern.de/aktuell/presse/detailansicht.htm?tid=22914

900 m Abstand sind zuviel???

Der Windkraft-Erlass der Bayerischen Staatsregierung legt fest, dass Gutachten nur dann erstellt werden müssen, wenn die Distanz zwischen einem Windrad und einem allgemeinen Wohngebiet 800 Meter unterschreitet. Für Mischflächen, Dörfer und Einzelhöfe gelten 500 Meter als Grenze, für Gewerbeareale mit Wohnnutzung gar nur 300 Meter-Abstände. Die Bürgermeister im Landkreis Dachau bangen deshalb um ihre 900-Meter-Abstandsregel.
Bericht im Münchner Merkur
Link: http://www.merkur-online.de/lokales/landkreis-dachau/windkraft-buergermeister-landkreis-dachau-bangen-900-meter-abstandsregel-1566012.html