„Was du nicht willst, das man dir tu‘, . . . (2)

Verwaltungsgericht München am 21.07.2015: Die Vorsitzende Richterin Frau Breit zum Standort der Berger Windräder:

 „Nach dem Sankt-Florians-Prinzip, schön an den Rand der Gemeinde mit der Anlage, damit wir nicht betroffen sind“.

 

ARD-Interview aus dem Jahr 2011: Der Bürgermeister der Gemeinde Berg schildert die Auswirkungen von Windrädern auf Anwohner und Umwelt:

Siehe auch:
http://quh.twoday.net/stories/die-windkraft-vor-gericht-klagen-abgewiesen/#comments

Der Kran

Baustelle Nr.2 am 13.07.2015
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Fotos: Karl Käsbohrer

Erster Sichtkontakt

Seit heute sieht man von Wangen die Spitze des 110 Meter hohen Krans bei der Baustelle 2 in den Wadlhauser Gräben. Der Rotor des Windrades soll ~ 210 Meter in den Himmel ragen. Das ist etwa doppelt so hoch wie derzeit diese Kranspitze. Die Spitze des Krans markiert etwa die Unterkante des Rotors (115m Durchmesser).

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Blick von der Olympistraße in Wangen – Ortsausgang Richtung München

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Blick vom südwestlichen Ortsrand in Wangen

Mit diesem Kran werden die Fertigbetonteile bis zu einer Höhe von knapp 100 Meter aufeinandergesetzt. Die Spitze des Turms besteht aus einem 50 Meter hohen Stahlmasten. Dieser Turm, das Maschinenhaus und der Rotor werden mit einem anderen Kran in die Höhe gehievt.
kran01Dieses Windrad, von Wangen aus gesehen das zweite von links, ist etwa 3 km entfernt. Zwei weitere Windräder werden rechts davon errichtet. Das ganz rechte Windrad wird von Wangen etwa 2 km entfernt sein.

 Sichtachse von Wangen (A) zum Windrad Nummer 2 (B).

Bidingen – Prognose und Realität

Im Herbst 2014 unternahm der Berger Gemeinderat eine Exkursion und ließ sich vom Bidinger Bürgermeister über die Rendite von Windkraftanlagen aufklären. In ihrem Mitteilungsblatt 2/2015 veröffentlichte die Gemeine Bidingen nun erste Ertragszahlen ihrer neuen Windkraftanlage.

WKA-Bidingen

Vergleich der Erträge (Ist) mit der Prognose (Soll)

Laut Gutachten soll die Windkraftanlage vom Typ Enercon 101 mit einer Nabenhöhe von 135 Metern und einem 3,05 Megawatt Generator pro Jahr 6.500.000 KWh produzieren und damit 611.650.- €  Einnahmen für die Gemeinde generieren. Basis dieser Rechnung sind Prognosen, welche 2130 Volllaststunden pro Jahr vorhersagen. Tatsächlich erreichte die WKA im zweiten Halbjahr 2014 nur ~ 72% dieses Wertes, auf das ganze Jahr hochgerechnet wären das 1520 Volllaststunden. Das von der Gemeinde Bidingen zu 100 Prozent mit Kredit finanzierte Windrad, soll in 20 Betriebsjahren ~2,4 Millionen Gewinn (=120.000.- € pro Jahr) erwirtschaften, mit denen die Gemeinde ihre Verschuldung reduzieren will. Doch bereits im ersten Halbjahr liegt der Ertrag um 90.000.- € unter der Prognose.

Interessant ist eine Gegenüberstellung mit den Zahlen der Windräder in Zöschingen:

WKA-Zöschingen

http://quh.twoday.net/stories/wind-in-den-haaren-der-gemeinderat-auf-exkursion/
http://www.kommunal-erneuerbar.de/./Praesentation_Buergermeister_Franz_Martin.pdf
https://www.vr-dm.de/./buergerenergie/./Soll-Ist-Vergleich_Zoeschingen_2014.pdf
http://gegenwind-starnberg.de/?s=rendite&submit=Suchen
Exceltabelle mit obiger Berechnung: WKA-Bidingen-Zöschingen

Bürgerbegehren „Windkraft Berg“ schafft die erste Hürde

Die zahlreichen Unterstützer des Bürgerbegehrens zum Thema Windkraft in Berg haben in nur 14 Tagen mehr als 800 Unterschriften für das Begehren gesammelt. Damit wurde die erforderliche Zahl von 635 Unterschriften wahlberechtigter Bürger weit überschritten. Zudem gehen immer noch weitere Unterschriftenlisten ein. „Als nächstes Ziel haben wir uns die Marke von 1000 Unterschriften gesetzt! Auch wenn das natürlich nur noch eine symbolische Bedeutung hat“, freuen sich die Initiatoren Dr. Christopher Höfener, Michael Althoff und Michael Stock.

„Wir möchten uns bei den vielen engagierten Mitbürgern bedanken! Dies ist ein starkes Zeichen dafür, welch hohen Stellenwert eine intensivere Beteiligung der Betroffenen an dem Millionenprojekt hat!“ betont Michael Stock. „Wir bitten die Berger Bürger aber jetzt nicht nachzulassen und durch weitere Unterschriften die Wichtigkeit des Bürgerbegehrens zu untermauern. Umso höher die Zahl am Ende wird, umso deutlicher wird auch, dass die Bürger in das Projekt einbezogen werden müssen, ehe man mit Beton Fakten schafft“, erklärt Michael Althoff.

Der Text des Bürgerbegehrens mit zusätzlichen Informationen kann hier heruntergeladen werden:

http://tinyurl.com/n9jcjv5

Die Übergabe der Unterschriftenlisten an die Gemeinde erfolgt am Dienstag um 09:00 Uhr in der Gemeindeverwaltung in Berg.

Siehe auch:
http://quh.twoday.net/stories/hereinwehende-nachrichten-genuegend-unterschriften-fuer-ein-buergerbeg/

Antibürger-Windräder

In „kleinem Rahmen“ fand am Freitagnachmittag der Spatenstich zum Windpark Berg statt. Geheim, wie Diebe in der Nacht, trafen sich Politiker, Vertreter der Behörde, der Banken und des Herstellers Enercon auf der Baustelle, einer Waldlichtung am äußersten Rand des Berger Gemeindegebietes. Mit einem Gläschen Sekt feierte man vor der Presse, abgeschirmt von jenen Bürgern, für die man einst vorgab, diese Windräder errichten zu wollen.

Die Berger Bürger haben sich nur mit einem geringen Teil an der Finanzierung „ihrer“ Windräder beteiligt. Ein (großer?) Investor der „Bürgerwind Berg“ sind die Stadtwerke Bad Tölz. Neben ihrer Beteiligung am Klimaschutzprojekt Patikari Wasserkraft in Indien haben die Tölzer jetzt auch in Berg Geld investiert, um sich „klimaneutral zu stellen“. Dabei hätten sie z.B. mit dem Kauf einiger Tonnen „Klimaherzen“ eine ähnlich effektive Möglichkeit gehabt die Welt zu retten und ihr Umweltgewissen zu beruhigen, ohne damit Natur und Menschen zu schädigen.

http://www.sueddeutsche.de/./energiewende-per-shuttle-in-den-wald
http://www.merkur-online.de/./berg/spatenstich-berger-windpark
http://www.stw-toelz.de/de/./Klimaneutrales-Unternehmen-Stadtwerke-Bad-Toelz/

„Das unternehmerische Risiko ist zu hoch!“

„Windpark am Starnberger See – das unternehmerische Risiko ist zu hoch“

Derzeit werden die Bürger der Gemeinde Berg und der Nachbarorte von der Bürgerwind Berg GmbH & Co. KG aufgerufen, sich am Windpark in den Wadlhauser Gräben zu beteiligen, um die Finanzierung des Projektes zu ermöglichen. Nach Studium des Verkaufsprospektes gratuliere ich der beauftragten Werbeagentur: Gut aufbereitet, interessante Renditen und eine ermutigende Wortwahl, die dazu verleiten soll, einen Anteilsschein zu erwerben.
Allerdings sollten Sie nicht zeichnen, wenn Sie kein Geld zu verlieren haben. Wenn Sie nicht wollen, dass Ihre Einlage im Jahr 2020 nichts mehr wert ist, denn die Risiken dieser hochspekulativen Anlageform sind enorm. Im Prospekt wird im Mittel mit 2.039 h/a Volllaststunden pro Jahr kalkuliert, der bayerische Windatlas weist für diesen Standort lediglich seriöse 1.491 h/a Vollaststunden aus, somit 548 Stunden weniger pro Jahr. Laut Finanzplanung des Emittenten ergeben sich in diesem Fall Mindereinnahmen für den Stromverkauf von 575.000 Euro pro Jahr, bei einer Laufzeit von 20 Jahren wird ein Gesamt-Fehlbetrag von 11,5 Mio Euro erzielt!
Da die Windhöffigkeit in den letzten 10 Jahren rückläufig ist, steht ein finanzielles Desaster der Betreiber-gesellschaft bevor, das zwangsläufig in die Insolvenz führt. Die Liquidität vor Ausschüttung liegt bereits im 3. Jahr nach Inbetriebnahme bei minus 265.000 Euro, ein Totalverlust in den ersten 5 Jahren ist wahrscheinlich. Die geringen Einkünfte aus Stromverkauf sind der große Schwachpunkt, denn der Windertrag nimmt von Norden nach Süden ab. Aktuell findet sich kein Windpark mit 2.000 Volllaststunden p.a. südlich der Donau.
Jeder, der in diesem Gebiet wohnt, weiß, dass es sich um ein windarmes Naturschutzgebiet handelt. Florian Bieberbach, Geschäftsführer der Stadtwerke München, sagt: „Ich würde mich wundern, wenn gebaut wird. Der Wind weht viel zu schwach für einen rentablen Betrieb der Anlage“. Es kommt einem vor, als wenn die beiden selbsternannten neuen Windenergieexperten, Rupert Monn, der Berger Bürgermeister, sowie Landrat Karl Roth für sich entschieden haben, dass sie ab der geplanten Inbetriebnahme im Dezember 2015 nunmehr Wind für die Wadlhauser Gräben befehlen können.
Alle, die sich an diesem ökonomischen und ökologischen Unsinn beteiligen, müssen wissen, dass sie ihr Geld verlieren, dass 35 Hektar Wald abgeholzt und je Fundament 3500 Tonnen Stahlbeton 16m tief in den Wald-boden gekippt, alle regionalen Vogelarten getötet werden, der Infraschall den Menschen Ihre Gesundheit kosten wird und die 207m hohen Windmasten bereits in 5 Jahren abgebaut werden, da der Betreiber mangels ausreichender Stromproduktion Insolvenz anmelden muss. Ich wünsche viel Spaß beim Bauen und Abbauen, Ihr großartigen Windenergieexperten im Gemeinderat Berg!

Author: Dipl.-Kfm. Michael Kieppe