„Flaute in der Kasse“

Die Augsburger Allgemeine berichtet:
„Im dritten Jahr in Folge bleibt die Ausbeute der acht Anlagen in Zöschingen deutlich hinter den Erwartungen zurück.“

ertrag-zöschingen-2015 Die acht Windräder in Zöschingen erzielten 2015 statt der prognostizierten 2000 nur 1611 Volllaststunden. Im Jahr davor waren es nur 1471 Volllaststunden. Für jedes Windrad ergibt das bisher einen Minderertrag von ~100.000.- Euro pro Betriebsjahr. Insgesamt sind rund 600 Privatpersonen am Windpark Zöschingen beteiligt.

www.augsburger-allgemeine.de/./Windpark-Flaute-in-der-Kasse.
Expose Zöschingen pdf

Prognosen – Erträge – Verluste

Anfangsschwierigkeiten?

Rechtzeitig vor dem Jahresende ist auch das vierte Berger Windrad ans Netz gegangen, berichtet heute der Münchner Merkur. Die Anlage am Standort drei ist bereits seit 30. November im Betrieb und hat laut Angabe von Herrn Sing seitdem 457.000 kWh in das Stromnetz eingespeist.

Die Monate Dezember und Januar sind die windreichsten Monate in unseren Breiten. In diesen beiden Monaten ernten die Windfarmer knapp ein Viertel der gesamten Jahresmenge.

berg-ertragLaut Prognose der Windparkbetreiber/Gutachter soll der Jahresertrag jeder der vier Windkraftanlagen 7 Millionen kWh betragen. Die 457.000 kWh des Berger Windrads im Monat Dezember entsprechen  ~11,5% des Jahresertrages. Dieser würde dann, hoch gerechnet, bei knapp 4 Millionen kWh liegen. Das entspricht einem Minderertrag gegenüber der Prognose von 3 Millionen kWh oder  ~ 250.000.- Euro pro Windrad und Jahr.

http://www.merkur.de/./erstes-windrad-dreht-sich-energiewende-startet..

Zum Nachrechnen:
Excel-Tabelle mit den Werten des Berger Windpark-Prospektes

Zum Vergleich:
https://www.vr-dm.de/content/dam/f0564-0/pdfzip/buergerenergie/Windkraft/Soll-Ist-Vergleich_Zoeschingen_11_2015.pdf

Aus Gewinnern sind Verlierer geworden

Es muss bitter sein, wenn man plötzlich aus seinen grünen Träumen gerissen wird und im grellen Licht der Realität sein Scheitern eingestehen muss. Noch 2008 war Bundesumweltminister Sigmar Gabriel  überzeugt:

„Stadtwerke sind die Gewinner der Energiewende: Als lokale Dienstleistungsanbieter können sie sich mit Energieberatung besonders profilieren. Zudem erzeugen sie mit Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien die Energie der Zukunft.“

Jetzt zeigt sich, dass die Stadtwerke, genau wie die Stromkunden, Verlierer der „Energiewende“ sind. Auch die Stadtwerke München befinden sich in einer Finanzkrise, welche sie selbst mit verursacht haben: Die im Haushalt der Stadt München eingeplante Gewinnausschüttung der SWM in Höhe von 200 Millionen Euro fällt aus, stattdessen benötigen die SWM eine Finanzspritze aus der Stadtkasse.
Der Münchner Merkur berichtet dazu:

Um die Finanzen des Unternehmens zu stabilisieren, das in diesem Jahr erstmals wieder Verluste schreibt, kauft die Kommune für 200 Millionen Euro Grundstücke ihrer eigenen Tochter auf.
Erst vor kurzem hat der Stadtrat eine Aufstockung des Eigenkapitals um 200 Millionen Euro beschlossen.
In der nicht-öffentlichen Sitzung ermächtigte der Stadtrat die Stadtwerke gestern zum Erwerb von Beteiligungen an Projektgesellschaften, die „jeweils Windparks in Schweden oder Norwegen entwickeln/errichten und/oder betreiben“.

Der FDP-Stadtrat Michael Mattar kommentiert dies mit den Worten

Geld, das der Münchner Haushalt dringend braucht, verschieben wir in Investitionen, die den Münchnern nichts bringen

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/haushaltskrise-im-rathaus-ein-loch-von-millionen-1.2702436

http://www.merkur.de/…/stadtwerke-krise-erreicht-rathaus-5672306

http://www.abendzeitung-muenchen.de/..muenchner-finanzkrise-opposition-spottet-ueber-freibierpolitiker..

http://www.abendzeitung-muenchen.de/..wegen-haushaltskrise-opposition-fordert-swm-zurueck-zum-kerngeschaeft..

Siehe auch:
http://gegenwind-starnberg.de/?s=stadtwerke&submit=Suchen

Viele Windräder = hoher Strompreis

Der Zusammenhang zwischen installierter Wind- und Solar-Leistung und dem Preis für Haushaltsstrom im europäischen Vergleich:
wind-strompreis_n
Y-Achse: Private Strompreise in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 (Eurostat)
X-Achse: Installierte Wind-/Solarleistung pro Kopf (2015 BP Statistical Review)

Quelle: http://irishenergyblog.blogspot.de/./europe-electricity-price-vs-installed

Geld spielt keine Rolle

Die Neue Zürcher Zeitung schreibt:

Wenn Deutschland seinen CO2-Ausstoss unbedingt
um 22 Mio. t reduzieren will, könnte es schlicht Emissionsrechte kaufen und stilllegen. Sie kosten derzeit € 7.50 je Tonne. Das wären dann 165 Mio. € – ein Bruchteil der jetzt geplanten jährlichen Ausgaben.

http://www.nzz.ch/meinung/reflexe/ein-kampf-gegen-berliner-windmuehlen..

Der Energiewende geht das Geld aus

Die FAZ berichtet:
Mindestens 280 Milliarden Euro müssten in den kommenden 15 Jahren investiert werden, aber. . .

„Die notwendigen Eigenkapitalmittel für den Ausbau der Netzinfrastruktur sowie von Wind offshore können vermutlich nur unter Mitwirkung alternativer, auch internationaler Investoren bereitgestellt werden. Hohe Risiken lassen es jedoch fraglich erscheinen, ob der Investitionsbedarf in ausreichender Höhe und Geschwindigkeit gedeckt werden kann.“

http://www.faz.net/./energiepolitik/geht-der-energiewende-das-geld-aus..