4 Gedanken zu “Probleme?

  1. WIRTSCHAFTLICHSTE alternative Energieerzeugung? Da haut’s dich aus den Socken! Hat der die letzten 5 Jahre hinter dem Mond gelebt? Herr Sing und Herr Monn haben ihm wohl nicht verraten, dass die „ökologischen“ Prestige-Räder nur deshalb „wirtschaftlich“ sind, weil der Steuerzahler dafür aufkommt. In freiem Wettbewerb ohne stattliche Subventionierung würde keine betriebswirtschaftlich vernünftig handelnde Firma diesen Mist herstellen. Um das zu verstehen muss man nicht mal BWL studiert haben…

      • Sehr geehrter Herr Babzien,
        Sie dürfen diese Türme abholen und in Stockdorf aufbauen. Dann haben Sie die Bauarbeiten im Blick und müssen nicht mehr andauernd nach Schäftlarn fahren. Fragt sich nur was Ihr Mitbürger Herr Kühnel dazu sagt, er wusste von Anfang an die Kraillinger Konzentrationsflächen zu verhindern, da dort „viel zu wenig Wind weht“.
        Nach Ihren Angaben wäre Berg mit in Betriebnahme energieautark und könnte die Stromnetze kappen.
        Tatsächlich stimmen nicht einmal die angegebenen 80 % der Berger Stromversorgung, denn 7 Mio. kWh wird es nicht geben – es gibt nur 6 Windräder in Bayern, die über 6 Mio. kWh Strom im letzten Jahr einspeisten. Tatsächlich gibt es mit Windkraft überhaupt keine Stromversorgung, da niemand weiß wann diese Strom erzeugen.
        Aber zu Ihrer Beruhigung: Herr Sing hat im Rahmen einer Klage vorgerechnet, dass eine Verzögerung in das Jahr 2016 hinaus nur 0,1 Prozent geringere Erlöse bedeuten würde und deshalb vernachlässigbar ist.

  2. St. Florians-Dorf Berg?

    Es ist von einem gesunden Rechtsempfinden her schon ein bestürzender Vorgang, wenn eine Gemeinde (hier Berg) wegen eines eilends, wenige Tage vor dem 10xH – Erlass beschlossenen Baus von großtechnischen Industrieanlagen mitten im Wald den vermeintlichen Nutzen für sich beanspruchen und die nachteiligen Folgen aus Bau und Betrieb überwiegend der Nachbargemeinde aufbürden kann. Dieses asoziale St. Floriansprinzip wurde dann auch noch gerichtlich sanktioniert und soll wohl auch noch durch Verleihung des Energiepreises als vorbildlich hingestellt werden.

    Die Empörung der betroffenen Bürger kann auch nicht durch eine ideologische Schönfärberei der zu erwartenden Stromerzeugungswerte gedämpft werden. Die vom Energiewendeverein verbreiteten Prognosewerte für die Stromerzeugung der Anlagen kann man nur als unrealistisch einstufen. Die jährlichen Volllast-Erzeugungsstunden vergleichbarer Anlagen in ähnlicher Topographie übersteigen nach bisherigen Erfahrungen kaum 1.500 Stunden pro Jahr. Im Gegensatz hierzu werden für die Anlagen in Berg 2.500 Stunden pro Jahr angesetzt, mit dem Ergebnis, dass sowohl die geschätzte Energiemenge, als auch der erwartete Versorgungsgrad von Berg und die rechnerische „CO2-Ersparnis“ weit überhöht dargestellt werden.

    Auch der theoretische „Erntefaktor“ (produzierte Energie / Energie für Herstellung und Bau/Rückbau) von 12 erscheint angesichts des mindestens 20-fachen Materialaufwandes von Windrad-Clustern mit rechnerisch gleicher Stromproduktion gegenüber thermischen Kraftwerken äußerst unrealistisch. Insbesondere, weil bei dieser Betrachtung die dringend erforderlichen Großspeichersysteme und Leitungsnetze völlig ignoriert werden.

    Zur Verwunderung vieler betroffenen Bürger wurde auch das Umweltverträglichkeitsverfahren vom BUND ohne größere Einwände durchgewunken, obwohl die Schäden in der Natur durch den Bau derartiger Industrieanlagen im Wald vorhersehbar sein mussten und mittlerweile in den Wadlhauser Gräben offen zu Tage treten. Die immer wieder geäußerte Vermutung einer Interessenverflechtung zwischen BUND und der Windindustrie-Lobby ist mittlerweile durch Fakten erhärtet.

    Die als „Entschuldigung“ für die Naturschäden vorgebrachte klimabedingte Notwendigkeit der Energiewende führt nach Abschaltung der Kernkraftwerke nicht zu einer Minderung, sondern zu einer Erhöhung des CO2-Ausstoßes, da für Reservehaltung und Netzregelung fossile Kraftwerke (Kohle, Gas) im Dauer- oder Stop-and-Go-Betrieb eingesetzt werden müssen. Dies insbesondere, weil wirtschaftliche Speichertechnologien für die erforderlichen riesigen Energiemengen (z.B. 30% der Jahreshöchstlast für 2 Monate) nicht einmal am wissenschaftlichen Horizont absehbar sind. Für die genannte Energiemenge müsste man z.B. Pumpspeicheranlagen errichten mit Unter- und Oberbecken von jeweils 12x der Bodenseefläche und einer Höhendifferenz von 200m wobei die Pegelschwankungen in jedem Becken 25m betrügen – ein aus vielerlei Gründen in unserem Land unrealisierbares Unterfangen.

    Die wetterbedingte Unstetigkeit der Stromerzeugung bereitet erhebliche technische Probleme im Netzbetrieb (Netzausbau, Netzregelung, Leistungsreservestellung, Lastmanagement/Speicherung, gezielter Netzwiederaufbau nach nicht vermeidbaren Blackouts), die teilweise noch nicht gelöst sind bzw. deren Lösung weitere –zig Milliarden verschlingen werden. Insofern ist der Jubel über die starke Zunahme der Ausbauleistung für regenerative Stromerzeugung völlig verfrüht.

    Auch die als Folge der Erderwärmung bereits feststellbaren Wetterextreme (lange Dürrephasen mit Flauten, starke Sturmböen, Wirbelstürme) führen zu geringerer Erzeugung bzw. einem noch unstetigeren Erzeugerprofil, was wiederum die Erzeugungsprognosen bzw. die Wirtschaftlichkeit der Anlagen in Frage stellt.

    Der Stolz einzelner Gemeinden und Landkreise auf ihre rechnerische „Energie-Autarkie“ entlarvt sich als reine Milchmädchenrechnung, solange diese sich zur Absicherung der (noch) funktionierenden Versorgung mit Reserve- bzw. Regelleistung durch die vielgeschmähten Großkonzerne bedienen können.

    Angesichts der noch relativ neuen Technik und kurzen Nutzungsdauer der riesigen Großwindräder schlummern noch eine ganze Reihe technischer Risiken in solchen Projekten, z.B. die Belastbarkeit rissbehafteter Windflügel bei plötzlichen Sturmböen, nicht ausreichend schnelle Abschalteinrichtung in 2-facher Ausführung mit unterschiedlicher Funktionsweise (d.h. „diversitäre“ Bauweise wie bei jedem Wasserkraftwerk), Brandgefahr in der Gondel (mit/ohne CO2-Löschanlage) mit nicht sicher vermeidbarem Schmelzmaterialaustritt in den trockenen Wald nach einem, z.B. durch hohe Sommertemperaturen ausgelösten, elektrischen Fehler in den Wicklungen/Blechpaketen der getriebelosen 2-300 to schweren Generatoren mit Dauererregung (Permanentmagnetpole), Eiswurf, dynamische Dauerbelastung von Turm und Fundament, etc. . Erst die Zukunft wird zeigen, welche erfahrungsbasierte Sicherheitsmaßnahmen nachgerüstet werden müssen.

    Um die für unser Industrieland lebensnotwendigen technischen Herausforderungen für eine sichere und bezahlbare Stromversorgung meistern zu können, müssen anstelle von fachfremden, ideologiegetriebenen, selbsternannten „Experten“ aus wirtschafts-, rechts- und sonstigen geisteswissenschaftlichen Richtungen wieder vordringlich erfahrene Fachleute aus dem Ingenieurbereich die Meinungs- und Handlungshoheit erhalten. Die Medien haben hier eine erhebliche Mitverantwortung, um die in den Köpfen vorherrschenden, von Profiteuren und fachfremden Politikern befeuerten Traumvorstellungen durch technisch und finanziell machbare Vorgehensweisen zu ersetzen.

    Ansonsten wird die Energiewende so enden, wie eine Wende auf der Autobahn: mit einem Crash (d.h. mit häufigeren und längeren Stromausfällen).

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