Vor einer Investition in die Berger Windräder …

… sollten Interessenten folgende Punkte unbedingt beachten:

1. Es handelt sich bei diesem Vorhaben um einen „Geschlossenen Fonds“ mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Lesen Sie, was in Wikipedia über „Geschlossene Fonds“ steht!

2. Beachten Sie, welche „Ausstiegsoptionen“ es für Sie gibt und welche steuerlichen und Sozialversicherungs-Konsequenzen diese Investition hat. Nach Abzug von 25% Steuer und 17,25% Kranken-/Pflegeversicherung reduziert sich z.B. die Eigenkapitalverzinsung von den versprochenen 5,54% auf 0,91%. Welche Verzinsung erhalten Sie vom ersten Jahr an, wenn Sie 20 Jahre Festgeld anlegen?

3. Rechnen Sie aus, nach wie viel Jahren Sie Ihr eingezahltes Kapital (hoffentlich) zurückbekommen haben und die erste wirkliche „Verzinsung“ beginnt (Break-even). Nach meinen Berechnungen ist dieser Punkt erst mit der Ausschüttung am Ende des 15. Jahres (2030) erreicht! D.h. dass die versprochene Eigenkapitalverzinsung von 5,54% ausschließlich von den Auszahlungen ab 2030 erbracht wird. Bis dahin ist „Spannung“ angesagt.

4. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung des Fonds geht davon aus, dass alle Windräder in 2015 den Einspeisebetrieb aufnehmen und die für 2015 geltende Anfangsförderung von 8,9 ct/kWh konstant über 20 Jahre gezahlt wird. Das EEG 2014 sieht vor, dass die Förderung von Windrädern entsprechend der Ausbaugeschwindigkeit (Stichwort „Korridor“) abgesenkt werden kann. 2014 (und voraussichtlich auch 2015) wird der Ausbaukorridor signifikant überschritten, was zu einer Absenkung der Anfangsförderung führt. Verzögert sich die Einschaltung auf 2016, sind es wahrscheinlich maximal noch 8,47 ct/kWh.

5. Die Laufzeit der Anfangsförderung hängt davon ab, welche Einspeisung die Windräder in den ersten 5 Jahren in Bezug auf einen Referenzertrag geleistet haben. Die Förderungshöhe und Dauer wird nach den ersten 5 Jahren dann entsprechend angepasst. Der Referenzertrag für die Enercon-115 ist im Internet merkwürdigerweise nirgends zu finden, sodass eine Plausibilierung in diesem Punkt nicht möglich ist. Im Fondsprospekt geht man davon aus, dass der Ertrag der Anlagen so niedrig ist, dass die (hohe) Anfangsförderung über 20 Jahre unverändert gültig ist. (Klingt merkwürdig, entspricht aber der „Logik“ der deutschen Energiewende, dass Generatoren an schlechten Standorten bevorzugt gefördert werden.)

6. Der gerade beendete „Bayerische Energiedialog“ hat entgegen anderslautenden Behauptungen doch einige neue Erkenntnisse gebracht und endlich die Politik der Bayerischen Landesregierung von Wunschdenken zu Realität verändert:

„Umsteuern bei den erneuerbaren Energien: …Wir sehen jedoch heute, dass der Beitrag der Erneuerbaren zur Versorgungssicherheit beim gegenwärtigen Stand der Technik nur in eng begrenztem Umfang gesteigert werden kann. Bei einem weiter unkontrollierten Zubau gerade von Windkraft drohen uns nicht nur die Kosten der Energiewende aus dem Ruder zu laufen. Die künftigen Belastungen für das Netz wären enorm und würden einen immer größeren Bedarf nach zusätzlichen Leitungen auslösen. Damit muss Schluss sein!“ (Presseerklärung vom 2. Februar 2015).

Jeder weitere Zubau von Windrädern richtet sich also gegen die erklärten Interessen der Bayerischen Staatsregierung, was ein gewisses „Risiko“ darstellt.

Auch in Berlin wird es entsprechende Veränderungen (Gesetze) geben, die z.B. Betreiber von volatilen Energieerzeugern (Photovoltaik und Windrädern) zur Abregelung ihrer Anlagen „ohne Entschädigung“ verpflichten werden. Der voranschreitende Zubau dieser Techniken in Verbindung mit dem langsamen Netzausbau auf der einen Seite und die explodierenden EEG-Kosten auf der anderen Seite werden zu dieser Maßnahme zwingen.

Jeder Investor sollte also nicht nur unbedingt das Kleingedruckte lesen, sondern sich auch der politischen Großwetterlage bewusst sein, der er sein Investment aussetzt.

Es ist halt auf absehbare Zeit noch so, dass es keine Stromspeicher gibt, die leistungsfähig und wirtschaftlich in der Lage wären, die wetter-und tageszeitabhängig erzeugten Strommengen aus Photovoltaik und Windrädern zu puffern. Solange müssen weiterhin fossile Rohstoffe verbrannt oder Kernkraftwerke betrieben werden – und sei es zur Sicherung der deutschen Stromversorgung in unseren Nachbarländern…

Autor: „Energievernunft“

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