Gegenwind aus den Nachbargemeinden

Zwei Tage nachdem der Gemeinderat Schäftlarn (Landkreis München) den Bebauungsplan „Wadlhauser Gräben“ der Nachbargemeinde Berg mit 18:0 abgelehnt hat, forderte auch der Bauausschuss der Stadt Starnberg mit einer Stimme Mehrheit die Gemeinde Berg auf, ihre Windkraftpläne zu stoppen!

Kulisse-Windkraft

Quelle: http://geoportal.bayern.de/energieatlas-karten

Mit ein Grund für den Meinungsumschwung war die Ankündigung der bayerischen Regierung  zukünftig größere Abstände zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung festzuschreiben (10H-Regel). Bürgermeister Pfaffinger war über diese Wendung entsetzt:

„Diese tolle Idee ließe nur einen Standort etwas östlich der Roseninsel mitten im See übrig.“

Diese Aussage lässt sich mit einem Blick auf die Landkarte widerlegen: Nordöstlich von Wangen, im Zentrum des Forstenrieder Parks gäbe es zahlreiche Standorte für Windräder, mit über 2000m Abstand zu jeder Wohnbebauung. Der Forstenrieder Park ist (noch) kreisfreies Gebiet und wie die Wadlhauser Gräben im Besitz der Staatsforsten. Der Wald ist durch ein umfangreiches Wegenetz erschlossen und die Eingriffe in den Baumbestand wären deutlich geringer als in den Wadlhauser Gräben.

Forstenrieder-Park

Die Stadtwerke München verkaufen rund 7,5 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Zwanzig Windräder im Forstenrieder Park würden ~80 Millionen Kilowattstunden pro Jahr produzieren, etwa 1% des Münchner Strombedarfs. Lohnt das die Verunstaltung der Stadtsilhouette? Aber wie sagte ein Vertreter der SWM bei einer Gemeinderatssitzung in Andechs:

Die Münchner wollen sehen, wo ihr Strom herkommt!

Der „Kreisbote“ berichtet:  kreisbote.pdf