Windige Geldanlagen (4)

Finanzielle Probleme bei Windkraft-Fonds, wie dem Windpark Möbisburg in Thüringen, sind keine Ausnahme, sondern in Süddeutschland vermutlich die Regel. Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn man den Windkraft-Fond „Breeze Two“ betrachtet:
Im April 2006 hatte die HVB die „Breeze Two“-Anleihe am Kapitalmarkt platziert. Der Investitionswert betrug 470 Millionen Euro. Den Investoren versprach man je nach Tranche einen Ertrag von 5,29% bis 6,11%. Das Portfolio umfasste
39 Windparks mit ~ 200 Windrädern,
in Deutschland und Frankreich, mit einer Gesamtleistung von  337 Megawatt. Diese Windkraftanlagen wurden von fünf verschiedenen deutschen Projektentwicklern erworben.  Doch die versprochene Rendite konnte nicht erwirtschaftet werden. Laut Bundesanzeiger (Suchbegriff: Breeze Two) weist die Breeze Two Energy GmbH & Co. KG folgende Ertragszahlen aus:

2008: Jahresfehlbetrag -37.215.594,79 EUR
2009: Jahresfehlbetrag -38.259.692,10 EUR
2010: Jahresfehlbetrag -36.754.625,67 EUR
2011: Jahresfehlbetrag -25.496.880,75 EUR

Im Frühjahr 2013 hat man offensichtlich die Notbremse gezogen und „Breeze Two“ verkauft. Der französische Windkraftentwickler Theolia erwarb 70% der Anteile zum Preis von 35,5 Millionen Euro. Davon musste er nur 1,5 Millionen Euro „cash“ einbringen, für die restlichen 34 Millonen Euro wurde ihm ein Kredit bis 2026 gewährt.

Teilt man den durchschnittlichen Jahresverlust dieser Firma durch die installierte Gesamtleistung der Windkraftanlagen, ergibt sich ein Verlust von ~100.000.- Euro pro installiertem Megawatt, bzw. ~150.000.- Euro Verlust pro Windrad (1,5 MW) und Jahr.

Quellen:
Presseinformation der HVB 
https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet
http://www.rechargenews.com/wind/article1315250.ece
http://www.bloomberg.com/news/2013-02-01/. . . debt-strapped-breeze-two.html

3 Gedanken zu “Windige Geldanlagen (4)

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  3. Vielen Dank für diese aufwendige Analyse eines der vielen „Windrad-Zocker“! Zitat aus dem Geschäftsbericht: „Wesentliche rechtliche und wirtschaftliche Grundlage für die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft ist das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG). Dieses verpflichtet Netzbetreiber, Strom aus erneuerbaren Energien vorrangig in ihr Netz einzuspeisen und über einen Zeitraum von 20 Jahren zu einem festgelegten Preis zu vergüten.“ Vielen Dank, Rot/Grün für diesen durchdachten Plan! Der Sitz des „haftenden“ Kommanditisten mit 500,- Euro Eigenkapital ist auf den Cayman Islands. Selbst wenn die Gesellschaft jemals Gewinn gemacht hätte, wäre wohl niemals auch nur ein Cent an Steuern geflossen. Wie man mit 500,- Euro Eigenkapital ein 500 Millionen-Rad drehen kann, muss uns wohl ein „Banker“ erläutern… Einmal mehr: Hände weg von Investitionen die von volatilen Naturkräften abhängen!!! Wie sagt schon Richard Wagner im „Fliegenden Holländer?: „Wer baut auf Wind, baut auf Satans Erbarmen.“

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