Der „Komfortabstand“ ist zu gering!

Windkraftanlage Ammerfeld

Foto: Chaddy, Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Die vom Lärm betroffenen Bürger aus Ammerfeld, Kienberg und Burgmannshofen haben vor dem OLG München einen wichtigen Prozess gewonnen! Der vom Windrad in Kienberg verursachte Schall steige schnell an und falle rapide wieder ab „wie ein Hammerschlag“, so die Richter. Daher sei ein Zuschlag von drei Dezibel zu dem gemessenen Wert von 42,8 dbA erforderlich. Die Firma Enercon hat über 3000 Anlagen des Kienberger Typs (E82) verkauft und diese Impulshaltigkeit immer strikt zurückgewiesen. Besonders in Herbst- und Winternächten könnte daber (bei 10 Meter Windgeschwindigkeit pro Sekunde) eine Überschreitung des Grenzwertes (45 dbA) möglich sein, so der OLG-Senat. Die Richter übernahmen voll das Gutachten des vom Landgericht Augsburg eingesetzten Gutachters Ulrich Möhler (München). Die Messungen der vom Landratsamt Neuburg und von Hersteller Enercon beauftragten Sachverständigen wurden als unzureichend zurückgewiesen.

Bereits vor einem Jahr mussten im Saarland (Windpark Wahlener Platte) Windräder zeitweise nachts abgeschaltet werden, weil sie lauter als genehmigt waren. Ein Gericht kippte die vom Landesamt für Umweltschutz 2003/2004 erteilten Betriebsgenehmigungen. Wenn man alle Geräusche im Schnitt berücksichtige, ergebe sich eine durchschnittliche nächtliche Lärmbelastung von 39,6 dB(A) – knapp unter dem Grenzwert. Aber da sei noch mehr, so die Richter, ein besonders störendes Wummern. Es sei ein „Flup … Flup … Flup …“ im Sekundentakt und entstehe, wenn die Rotoren am Mast vorbeischwingen. Dies sei ein besonders lästiges Geräusch, ein ständiges Auf und Ab. Deshalb – so der Gutachter und die Richter – müsse sein Pegel besonders, mit einem Zuschlag berücksichtigt werden. Das ergebe dann einen nächtlichen Lärmpegel von 41,9 dB(A). Und der liege über dem Grenzwert. Das Haus der Kläger steht im Tal unterhalb der Wahlener Platte, zwischen dem Anwesen und den etwa 900 bis 1050 Metern entfernten Windrädern ist ein Wald.
Die WKAs (Vestas 90) auf der Wahlener Platte sind mit 123 bis 150m Gesamthöhe deutlich kleiner als die im Landkreis Starnberg geplanten Windräder.

Quellen:
http://www.donaukurier.de/lokales/neuburg/Neuburg-mobilartikel-wochennl332012-Prozess-verloren;art1763,2643384

Rechtsanwalt Armin Brauns: http://gegenwindkraft.de/

http://www.saarbruecker-zeitung.de/aufmacher/Saarlouis-Losheim-rissenthal-windrad-windraeder-windpark-energie-strom-alternative-energien;art27856,3637449,1#__

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